
Nach einer sportlich intensiven, aber unglaublich tollen Zeit mit Biken, Wandern und Kanu fahren reise ich Richtung Süden nach Marseillan-Plage. Auf einem familiären, gemütlich anmutenden Camping richte ich mich auf einem Platz im Grünen ein. Der Stellplatz ist nicht gerade üppig gross, reicht aber für meine Einrichtung aus. Es gibt sogar zwei geeignete Bäumchen, um meine Hängematte zu installieren. Ich habe hier nämlich vor, zu chillen und die warme Temperatur zu geniessen.

Nach dem Einrichten ist noch Zeit für einen Oliven Apéro und eine Abkühlung im Pool. Als Nachtessen gönne ich mir einen feinen Tomaten Mozzarella Salat. Ich lasse meinen Tag Revue passieren und bin gespannt, was ich hier an meinem neuen Domizil erleben werde.

Am nächsten Morgen gehe ich nach einem gemütlichen Frühstück mit dem Bike den nahegelegenen Strand erkunden und ein paar Restaurants ausfindig machen. Diese sind so nahe gelegen, dass ich bestimmt zwischendurch aufs Kochen verzichten kann 😜. Nach einem selbst geschnippelten, grossen Salat gehe ich wieder zum Strand, der nur wenige hundert Meter entfernt liegt. Das Meer ist für diese Jahreszeit erstaunlich warm, ich schätze mal 22° und gehe schwimmen. Nach einem Stück hinausschwimmen komme ich auf eine herrliche Sandbank, auf welcher ich wieder stehen und zum Strand zurückschauen kann. Eine ungewohnte Perspektive, die es sonst nur von einem Boot aus gibt.
Am Abend treffen zwei befreundete Ehepaare mit ihren Wohnmobilen ein, die sich bei mir zu Besuch angemeldet haben. Da ich noch keine grossen Pläne habe, lasse ich mich überraschen, was dieser Besuch mit sich bringt.
Tags darauf unternehmen wir zusammen eine Erkundungstour mit den Fahrrädern den Dünen entlang nach Sète, eine hübsche Hafenstadt. Das Wetter ist unsicher und wir werden unterwegs prompt vom Regen erwischt 💦. Aber schön ist es trotzdem und wir bestaunen überall die wunderschönen, interessanten Pflanzen. Die Wetterstimmung animiert uns, coole Fotos zu schiessen. Am Abend essen wir zusammen vor einem der Wohnmobile meiner Freunde.

Heute besuchen wir zusammen mit dem Fahrrad den Marché in Marseillan. Der Weg, teilweise am Canal du Midi entlang, ist sehr idyllisch. In einem hübschen Lokal verwöhne ich meinen Gaumen mit einer herrlichen Tarte aux épinards mit Lachs und einem süffigen Glas Rosé. Den Nachmittag verbringen wir anschliessend am Strand und abends zaubern meine Freunde etwas Feines vom Grill. Ein gelungener Tag geht malerisch zu Ende.

Am nächsten Tag machen wir den Pool unsicher und ich wage mich auf die grosse Rutsche. Nach einem ausgiebigen Boutique-Bummel lassen wir in einem Fischrestaurant den Tag ausklingen.
Nach einem gemütlichen Frühstück machen wir zusammen Spiele und genehmigen uns einen kleinen Apéro mit einem Pastis, den meine Freunde in einem Laden besorgt haben. Nach der intensiven Zeit vergangene Woche geniesse ich die Entspannung. Wir gehen wieder schwimmen und abends werde ich mit Spaghetti und etwas vom Grill schon wieder verwöhnt von meinen Freunden. Da ich in den letzten Wochen an Gewicht verloren habe durch meine sportlichen Aktivitäten und eine kohlenhydratarme Ernährung, haben sie wohl das Gefühl, ich wäre nicht der beste Koch und würde bald verhungern während meiner Auszeit. Ich lasse sie in dem Glauben gewähren und lächle genüsslich in mich hinein.
Heute unternehmen wir noch mal gemeinsam eine Radtour nach Sète und umrunden dabei die Stadt. Danach gibt es ein letztes Nachtessen zusammen, am nächsten Morgen werden meine Freunde nach Hause fahren.

Am Morgen frühstücke ich gemütlich. Meine Freunde sind gefahren und ich bin wieder alleine hier. Mit dem Motorrad fahre ich zu einem Strand Restaurant in Agde für eine Crêpe Grand Marnier, welche mich nicht wirklich überwältigt. Am Pool hat es mir zu viele Leute, am besten nehme ich wohl mal gemütlich einen kleinen Oliven Apéro und einen Rosé vor meinem Zelt. Dann noch ein bisschen Schwimmen am Strand, der bequem zu Fuss erreichbar ist. Das Wasser ist herrlich, bestimmt 23°.
Heute fahre ich mit dem Motorrad nach Sète zum Parc Pierres Blanc auf dem Berg. Bei einem Spaziergang nehme ich mir gemütlich Zeit, ein paar Fotos zu machen und fahre dann um den Etang de Thau zurück. Ausser riesigen Weinfeldern gibt’s da leider nicht viel zu sehen.

Danach gehe ich spazieren und entdecke dabei zufällig das eigentliche Dorfzentrum mit ganz vielen Läden und Restaurants. Heute an Pfingsten hat es unglaublich viele Leute, es ist ein riesiger Betrieb, kaum zu glauben. es hat so viele Leute, dass man nicht mal Lust hat, sich hinzusetzen für einen Glacé Coupe und überall läuft gerade Fussball TV. Das ist mir dann doch ein bisschen zu viel Betrieb, das Gegenteil von ausgestorben. Vielleicht muss ich nach Pfingsten noch mal kommen.
Ich merke, dass ich nicht besonders Lust habe, am überfüllten Pool zu sitzen oder am noch mehr überfüllten Strand. Ich fühle, dass es mir wie schon als junger Typ langsam langweilig wird, wenn ich nichts zu tun habe. Morgen oder übermorgen will ich mit dem Bike nach Béziers am Canal du Midi, aber viel mehr Pläne habe ich eigentlich nicht mehr für Marseillan. Dabei wäre es genau jetzt jeden Tag schön und heiss, welche Ironie 🙄. Zum Nachtessen bereite ich mir ein Curry Poulet Filet mit einem feinen Salat zu 😃.
Am Tag darauf fahre mit dem Mountainbike am Canadi du Midi bis nach Poilhès. Insgesamt 100 km schöne Pisten am idyllischen Kanal, ein Kraftakt für die Beine, aber Balsam für die Seele.

Heute fahre ich mit dem Motorrad nach Marseillan an den Marché, um neue Oliven zu holen und im Restaurant „Iles & thé une fois …“ noch mal eine Tarte aux épinards, diesmal mit St-Marcellin Käse zu essen (wer Französisch kann, wird beim Namen dieses Lokals schmunzeln). Danach gehe ich an den Strand zum Schwimmen. Im Charlemagne geniesse ich einen Café Liégois, ein feines Eisdessert. Am Abend fabriziere ich eine Guacamole zu meinen Chips und esse wieder einen riesigen Salat.

Was man nicht alles tut, wenn man die Zeit dazu findet. Heute sammle ich Immortelles, hohes weisses Dünengras und Hasenschwänze. Diese binde ich dann zu dekorativen Bouquets zusammen. Dann gibt’s einen Oliven Apéro und einen weiteren Besuch am Strand. Meine Tätigkeit heute Nachmittag bei 32° ist schnell beschrieben: schwimmen – trocknen – schwimmen – trocknen – schwimmen ☀️😎💦☀️😎💦☀️😎.
Am Abend gibt‘s ein Beefsteak mit Kartoffeln und Rüben. Mein Liebchen zu Hause ist heute bestimmt glücklich und zufrieden mit mir, da es Kohlenhydrate gibt 😀.

Ich lerne einen Thurgauer kennen, der will kaum aufhören zu reden (typisch). Er ist 84 und hat einen Wohnwagen mit einem Hubdach, was ich bisher noch nie gesehen habe (Hymer Feeling). Der Campingplatz ist ausgebucht, wie viele andere in der Umgebung vermutlich auch. Unglaublich wie viele Leute, vor allem auch Franzosen mit wenig Geld, mit einem Wohnmobil unterwegs sind.
Heute bleibe ich im Camping, lese in der Hängematte und schreibe einen Blogeintrag. Zwischendurch gehe ich ins Charlemagne auf einen Coup Amériquaine. Man gönnt sich ja sonst nichts 😃.

Am nächsten Tag gehe ich nach dem Früstück zum Barber, um meine Haare (für 22€) zu kürzen. Dann gehe ich im Spar ein paar Sachen einkaufen. An der Kasse heisst es, die Karte würde heute nicht funktionieren. Also muss ich zurück zu meinem Platz, um Bargeld zu holen 🙄.
Am Nachmittag räume ich meinen Stellplatz, baue das Zelt ab und lade Motorrad und Bike auf den Anhänger. Am Abend bin ich dann im Charlemagne für etwa 5 Stunden, d.h. bis nachts um elf. Ich genehmige mir einen super Drink, den Mai-Tai (mein neuer Lieblingsdrink mit Rhum), dann den grössten Lachs vom Grill, den ich je gegessen habe mit Reis und Gemüse, un quart de Rosé, dann den riesigen Coupe Martiniquaise mit Rhum Raisin-, Vanille Délice- und Kokos Glacé und jede Menge Rhum im Glas !! Und das alles zu sensationellen Preisen, hat mich total vielleicht 42 € gekostet, mit Expresso. Zudem hat ein Gitarrist für Stimmung gesorgt und super gesungen.

Was für ein toller Abschluss dieser zwei Wochen. Ich habe es 5 Stunden lang absolut genossen.
Am nächsten Morgen frühstücke ich im Charlemagne. Meine Campingausrüstung scheint gar nicht so übel zu sein. Heute kommt schon wieder ein älteres französisches Ehepaar und lobt die Einrichtung über alles. Sie wollen wissen, woher der Anhänger ist und woher das Zelt ! Nach einer fälligen Rasur mache ich mich gegen Mittag auf den Weg zu meiner nächsten und voraussichtlich letzten Station meiner Reise.
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