Bei bestem Wetter reise ich an, doch schon am nächsten Tag regnet es zwischendurch immer wieder und ich bleibe im Camping. Ein ungutes Gefühl überkommt mich. Ich habe mir vorgenommen, positiv zu bleiben, aber meine guten Vorsätze sind bereits angeknackst.
Die nächste Nacht fällt der Strom aus und mein Bett ist nicht mehr geheizt. Zum Glück geht es am darauf folgenden Morgen wieder, denn in den frühen Morgenstunden ist es immer noch recht kalt.
Am Tag darauf unternehme ich eine Biketour auf den Luberon. Da es die Nacht vorher viel geregnet hat, sind viele Wege so nass, dass man sie als Bachbett bezeichnen könnte. Einmal fahre ich sogar das Bachbett aufwärts. Der Schwierigkeitsgrad der Tour wird damit um eine Stufe erhöht. Es macht aber trotzdem Spass und ich tobe mich aus auf meinem Ferrari roten Mountainbike.

Auf der Nordseite und auf dem Luberon bläst ein kalter Wind, es fühlt sich fast an wie im Winter.
Die Tour hat mit einigen Schwierigkeiten begonnen, weil ich die Tour nicht aufs Navi laden konnte. Ich fahre dann trotzdem los und irgendwann geht das Navi nicht mehr richtig, weil die Garmin connect App ein technisches Problem meldet. Ich fahre die Tour mithilfe einer Karte auf dem iPhone, was nicht schlecht klappt.
Am nächsten Morgen ist es nur 8°, einfach schade, dass es so kalt ist. Irgendwie fühle ich mich antriebslos, wenn nicht die Sonne scheint und es warm ist.
Am Morgen habe ich einen Specht gehört und gerade eben einen Kuckuck. Schön, dass ich solche Sachen realisiere und schätze.
Es ist mir zu kühl und ich bin nicht motiviert für eine weitere Biketour. ich sitze gelangweilt herum und lese ein bisschen.
Am späteren Nachmittag, als die Sonne sich ein bisschen zeigt, fahre ich mit dem Motorrad nach Abt und mache einen Spaziergang. Nicht gerade, nach was mir jetzt stehen würde. Nach ein paar Fotos fahre ich noch kurz nach Saignon für ein paar Bilder. Schon viel zu früh bin ich nach einem Kaffee schon wieder im Dachzelt.
Das Wetter bleibt zu kalt und auch mit meiner Heizung wird es kaum gemütlich im Zelt. Ich verstehe die Welt nicht mehr und frage mich, wann ich mal etwas unternehmen kann wie wandern oder eine Biketour. Gegen Abend wird es jeweils ein bisschen sonnig, aber zu dieser Tageszeit nützt das auch nicht mehr viel. Ich erinnere mich, dass wir zusammen vor drei Jahren in der Provence Urlaub gemacht haben und es war zu dieser Jahreszeit 40°.
Heute soll es nach den Meteorologen sonnig sein. Es ist 8° im Zelt und der Himmel ist weiss. Mal schauen wie es aussieht wenn ich gefrühstückt habe.
Die Sonne beginnt sich zu zeigen und ich entscheide mich für die Biketour zum Colorado provençal.

Es wird zu einer schönen Tour mit tollen Bikewegen. Ich kann Fotos schiessen und geniesse es sehr. Das Wetter wird dann zwar wieder bedeckt, aber wenigstens bleibt es genug warm.
Am nächsten Tag bleibe ich schon wieder im Camping. Ich putze ein bisschen das Zelt und stelle den Tisch und Kisten um, damit wir zu zweit gut wohnen können. Ich will meinem Liebchen keinen Anlass geben, mich als liederlich anzuschauen mit meiner Unordnung im Zelt.
Am Abend trifft sie ein und wir essen zusammen im Camping Restaurant. Zwei Gitarristen geben ein Konzert. Es ist ein schöner Abend zusammen.
Am Samstag besuchen wir den lebhaften Marché in Apt.

Im Chant de l‘heure lassen wir uns mit einem feinen Mittagessen verwöhnen.
Wieder im Camping, kann ich das erste Mal im Pool schwimmen in meiner Auszeit !!
Abends verwöhnen wir uns mit selbst gekochten, leckeren Spargeln.
Am Sonntag fahren wir mit dem Motorrad zum Marché in Isle-sur-la-Sorgue, ein weiteres tolles Erlebnis.
Wir schlendern zusammen durch die Marktstände und gönnen uns verschiedene Nems, welche wir an der Sorgue sitzend geniessen.

Auf dem Rückweg werden wir mit dem Motorrad voll verregnet und ich bin nass, bis auf die Unterwäsche, als wäre ich in den Pool gefallen. Ich fühle mich auch so, als wir zurück im Camping sind.
Am nächsten Tag machen mein Liebchen und ich eine Wanderung im Colorado provençal und abends kocht Schatzilein ein provenzalisches Ratatouille.

Das Wetter wird besser und wir lassen uns bei einem Mittagessen in der Auberge de Rustreou in Rustrel verwöhnen. Dann unternehmen wir eine Wanderung rund um die Gorges d‘Oppedette. Den gelungenen Tag beenden wir mit einem Apéro riche.

Am Folgetag lockt uns ein gemütlicher Tag am Pool.
Ich werde euphorisch und unternehme mit meinem Liebchen noch mal eine längere Wanderung auf dem Luberon. Meine blauäugigen Ambitionen haben schwerwiegende Folgen. Nach über 30‘000 Schritten ist mein Liebchen mit ihren Kräften am Ende und ich betrübt!! Trotzdem war es eine wunderbare Wanderung. Überall war alles übersät mit einem Blumenteppich.

Heute fahren wir mit dem Motorrad zum Marché in Lourmarin. und essen genüsslich im Café Gaby. Die Brochette de Veau mit Spargelrisotto, das Omelette Roquefort mit Salat und Frites fait Maison sowie das Rhubarbe/Pomme Crumble zum Dessert sind ein Gedicht.

Leider müssen wir danach schon wieder packen und den Stellplatz räumen. Alles Schöne hat mal ein Ende, heisst es ja.
Am Abend essen wir im Camping Restaurant ein leckeres Lachsfiet vom Grill mit Ratatouille und schliessen unsere gemeinsame Woche in der Provence mit einem Café Liégois ab.

Das Kulinarische hat während dieser Zeit zu zweit in der Provence eindeutig überwogen und hat Spass gemacht zusammen.
Am Samstag fahren wir zusammen nach Avignon und ich bringe mein Liebchen auf den TGV, der sie nach Hause in die Schweiz fahren wird. Ich selbst fahre weiter zu meinem nächsten Ziel am Lac du Salagou, wo ich ganz besonders belohnt werde und viele coole Abenteuer auf mich warten. Doch mehr dazu im nächsten Blogbeitrag.
Tschüssi bis dann 👋
PS. dieser Beitrag kommt aus der Hängematte
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