Carnaval de Nice

Da das Wetter auch an der Côte d‘Azur nicht immer mitspielt, verbringe ich zwei Tage auf dem Campingplatz und sinniere darüber nach, was ich unternähme, wenn sich die Sonne mal zeigen würde.

Einer meiner Pläne im Februar war der Carnval de Nice. Trotz unsicherer Wetterprognose riskiere ich es und bestelle mir kurzfristig online ein Zugticket nach Nizza. Ich stehe sehr früh auf und während ich mit dem Motorrad zum Bahnhof fahre, sehe ich im Augenwinkel einen fantastischen Sonnenaufgang in meiner Bucht. Leider habe ich keine Zeit für Fotos, weil ich meinen Zug erwischen muss. 

In Saint Raphaël nieselt es und ich habe Bedenken für diesen Tag. Als der Zug nach 1 1/4 Stunden in Nizza einfährt, nieselt es immer noch. Naja, ich habe noch ein wenig Zeit bis zum Corso des Carnaval de Nice und gehe in die hübsche Altstadt auf einen Cappuccino und ein Pain au chocalat. Ich laufe durch den belebten Markt und stelle fest, ich könnte blind sagen, dass es ein Oliven- oder ein Gewürzstand ist. So intensiv riecht es. 

Das Wetter bessert sich langsam. Ich laufe zum Ort des Geschehens und schaue mir die riesengrossen Umzugswagen an. Da muss eine Riesenarbeit dahinter gesteckt haben. Ich besichtige noch die Altstadt mit verträumten Gassen wie in einem Dorf und mache ein paar Fotos. Ich stelle fest, die Farben hier sind orange,  melone und gelb mit grünen Fensterläden, also typisch italienisch, was davon zeugt, dass Nizza einmal zu Italien gehört hat.

Auf einem schönen Platz entscheide ich mich spontan, mich im La Claire Fontaine mit einem Drei Gang Menü zu beglücken. Ich beobachte die Leute um mich herum. Zwei Tische weiter sitzen zwei deutsche Frauen, die reden und reden, viel mehr als sie essen 😜.

Danach laufe ich noch auf den Berg zum Park, um die Aussicht auf die Stadt anzuschauen. Zum Glück gibt es ja einen Lift nach unten, denke ich. Ich bin hier nicht der einzige, der sich der schönen Aussicht erfreut. Eine Asiatin im schneeweissen Tüllkleid und schwarzen Gummi Crocs lässt sich von ihrer Kollegin vor der Kulisse ablichten, hihi. Ich muss mein stilles Schmunzeln hinter meiner Hand verbergen.

Schlussendlich gehe ich viel zu knapp an den Carnaval und finde dort elend lange Schlangen von Menschen vor, die alle in den abgesperrten Bereich wollen. Ich irre völlig nervös umher und finde den Guichet für die Tickets nicht, ich laufe sogar daran vorbei, oh Schande. Kurz vor dem Aufgeben sehe ich dann den Schalter und kaufe mir für 7€ ein Ticket. Dann erwische ich noch die kürzeste Eintrittsschlange und als ich drin bin, kann ich gleich dort bleiben und habe den besten Platz ever 😃. Ich nehme viele Fotos und tolle Videos auf und bin völlig happy. In diesem Moment bin ich auch mal ein Glückspilz.

Nach dem Corso genehmige ich mir in der  coolen Altstadt Bar „Les Distilleries Idéales“ noch einen Drink. An der auf beiden Seiten der Gasse getischten Bar fährt gerade einer vorbei auf einem Velo mit einem Renault Autolenkrad 😂. Es gibt doch nichts, was es nicht gibt.

Zufrieden über den gelungenen Tag laufe ich zurück zum Bahnhof für meinen Zug. Cool, ich bin noch einige Minuten zu früh. Nur, mein QR-Code will mich nicht durch die Absperrung lassen. Zum Glück hilft mir ein junger Mann, damit ich den Zug doch noch erwische. Schon wieder Glückspilz. 

Wieder zurück in Saint Rapaël finde ich dann meinen Motorrad Parkplatz nicht mehr und irre in den Strassen, umher. Endlich finde ich mein rotes Schmuckstück, das mich zu später Stunde zurück auf den Campingplatz bringt. Wow, war das ein Tag.

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