Mountainbike an der Côte d‘Azur

Mountainbike ist nebst Wandern mein zweites Steckenpferd.

Hier an der Côte d‘Azur trinkt man für gewöhnlich Rosé. Der Wein aus der Gegend schmeckt wunderbar und ist auch mein Begleiter auf meiner Auszeit hier. Um mich nach meinem  „Dolce far niente“ Tag wieder etwas zu bewegen, hatte ich heute eine Mountainbikefahrt ins Estérelmassiv vor. Ein kleiner Nebeneffekt davon ist übrigens, die Pfunde vom Weingenuss wieder von den Rippen zu bügeln 😃. 

Es hätte gemäss den Meteorologen blauer Himmel und Sonnenschein werden sollen, aber die Sonne zeigte sich erst ab dem Mittag zaghaft im Wechsel mit grossen Wolken und kalter Bise. Die Umgebung erschien mir irgendwie farblos, bis kurzerhand jemand das Licht andrehte. Das heisst, die Sonne ging ans Werk, diesmal extra für mich. 

Sofort verwandelte sich alles in farbiges grün, und die rötlichen Felsen  des Estérelmassives leuchteten. Meine Laune erhielt einen Megaschub. Ich durfte erleben, wie nahe beieinander eine Enttäuschung und freudiges Jauchzen manchmal liegen können. Mal zog ich mir den Kragen der Jacke hoch, und kurze Zeit später genoss ich meine Mittagspause im Kurzarm Leibchen, umgeben von eine Gruppe wunderschöner Eukalyptusbäume. Es war ein wunderbar friedlicher Platz, an dem man das Gefühl hatte, alleine auf der Welt zu sein. 

Meine Tour ging auf und ab vorbei an kleinen Bächen, Taleinschnitten und Pinienansammlungen. Auf dieser Panoramarunde bot sich mir an zahllosen Felsvorsprüngen ein sagenhafter Rundblick auf das bewaldete Massiv mit den roten Porphyrfelsen, vulkanisches zerklüftetes Gestein mit tiefen Schluchten und ausgewaschenen Flussläufen. Das Estérel ist das wohl  schönste Küstengebirge an der Côte d‘Azur und liegt zwischen Saint Raphaël und Cannes.

Unterwegs habe ich einen netten Jäger mit einer Knarre und Hund angetroffen und ihn gefragt, ob er Wildschweine suche. Er sagte, es sei zwar Jagd, aber nicht für Wildschweine. Ich fragte, was er denn suche. Er sagte „Bécasse“. Zurück im Camping habe ich dann gegoogelt, was das heisst. 

Hier die Beschreibung: Flinker Vogel, spannende Jagd und kulinarischer Coup: Herz und Brustfleisch der Waldschnepfe toppen ein Risotto, das mit kräftigem Schnepfenfond angesetzt eine echte Delikatesse ist.

Das hat mir leider bis heute kein Restaurantbesitzer auf der Karte angeboten, schade.

Ziemlich geschafft bin ich nach einigen Stunden, 71 Kilometern und rund 1200 Höhenmetern wieder an meinem Zufluchtsort, wo glücklicherweise ein hübsches Glas Rosé auf mich wartete 😃.

Published by

Hinterlasse einen Kommentar