Sehnsüchte an der Côte d‘Azur

Oh, heute hockt einer in der Dusche mit Musik dabei. Hihi, was den Leuten so einfällt.

Heute bin ich gemütlich mit dem Bike der Küste entlang bis nach Saint Raphaël gefahren. Unterwegs habe ich am Marché in Aygulf feine Oliven gekauft bei einem Stand, an dem ich am Marché in Fréjus schon die letzten gekauft hatte, und diese waren einfach himmlisch.

Es ist zwar bewölkt, aber die Sonne drückt trotzdem ein bisschen durch und es ist angenehm. Jetzt sitze ich auf einer Bank, vor mir der menschenleere Strand und das Meer glitzert mir entgegen.

Eine Gruppe Möwen lauert auf etwas Essbares, ein Schauspiel sondergleichen.

Eine kühle Brise kommt auf und ich ziehe meine Windjacke an.

Auf der Bank neben mir stopft jemand eine Zigarette und singt ein Liedchen dazu. Was der wohl raucht?

Jetzt scheint plötzlich wieder die Sonne und mir wird es warm ums Herz. Was das doch für einen Unterschied macht, unglaublich.

Eine Familie mit kleinen Kindern, die mit ihren nackten Beinen am Strand herumrennen, spielt ausgelassen zusammen. Die Mutter macht ein Tänzchen vor und die Kinder machen es nach. So schön zu sehen, wie viel Familie bedeuten kann, einfach nicht das gleiche wie allein hier zu sitzen am Strand. Es ist friedlich und ich bin in meiner Auszeit, darum kann ich mir jetzt Zeit nehmen und die Menschen beobachten. Beim Anblick dieser Familie und den Kids vermisse ich meine Familie zu Hause.

Die Brise hat sich gelegt und es ist herrlich hier auf meiner Bank. Ich lasse die Wärme der Sonne auf mich wirken, schliesse die Augen und träume davon, mit meinen eigenen Enkelkindern hier am Strand zu spielen.

Trotzdem ist es schön, einfach hier an der Sonne zu sitzen, ohne Plan und ohne Eile, was für ein Frieden.

Nach einem bescheidenen Picknick auf meiner Bank nehme ich beim Café Kro gemütlich ein Glas Rosé an der Sonne und erledige dabei meine Bankgeschäfte. Es hat niemand gesagt, dass man das nicht darf.

Am Abend stelle ich meine Kochkünste unter Beweis und zaubere in meiner Zeltküche einen Burger, Kartoffeln und Auberginen-Antipasti zum Nachtessen. Noch einen Salat mit Vinaigrette de Moutarde und zum Nachtisch gibt’s ein überfälliges Schokoladen Joghurt, das seit drei Wochen in meinem mobilen Kühlschrank herumlümmelt. Ein Café allongée rundet meinen heutigen Tag elegant ab.

Noch heute Morgen dachte ich, es würde ein trüber Tag werden. Und nun lege ich mich mit einem wohligen Gefühl und Zufriedenheit in mein geheiztes Nestchen und träume davon, im Sommer geläutert von meiner Auszeit in meine reale Welt zurückzukehren.

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