Falls jemand von euch noch eine Idee braucht zu einem guten Vorsatz fürs neue Jahr. Wie wär’s denn damit: schafft die guten Vorsätze am Silvester ab und macht euch dafür auf die Socken, endlich das umzusetzen, was ihr euch am Silvester vor 10 Jahren vorgenommen habt ;o)
Das mit den guten Vorsätzen ist doch alles Quatsch, Schnee von gestern, ein alter Zopf, oder wie wollen wir es sonst noch nennen. Jedem klar denken Menschen muss es doch selbst mit geschlossenen Augen längst aufgefallen sein, dass nicht einmal ein Bruchteil dieser Vorsätze überhaupt je in Angriff genommen werden. Man will dabei sein und mit einem möglichst krass scheinenden Vorsatz die Freude beeindrucken. Sie sollen erblassen vor Neid über den unbändigen Willen, den wir an den Tag legen mit unserem Vorhaben.
Dabei haben wir nicht mal im Traum vor, uns je an die Verwirklichung unserer kühnen Behauptung zu machen. Wir wagen uns, Dinge auf die Liste der guten Vorsätze zu setzen, die überhaupt nicht erstrebenswert sind. Wer will schon abnehmen oder aufhören, zu rauchen? Seien wir doch ehrlich, auch auf die längst fällige Weiterbildung hat doch nicht wirklich jemand Bock, oder? Auch ein weiteres Kind in die Welt setzen sollte mindestens eine weitere Nacht überlegt sein. Denn für den Preis, den so ein kleiner Balg im Verlauf seiner unmündigen Zeit kostet, könnte locker die Villa angeschafft werden, die am Silvester vor 20 Jahren auf der Liste der guten Vorsätze stand.
Nein im Ernst, so nimmt diese Liste doch nie ein Ende. Werden wir wieder realistisch und hören wir damit auf, einander zu beeindrucken mit unsinnigen Vorsätzen, mit denen wir uns im Grunde genommen ja nur lächerlich machen. Wäre es nicht viel besser, wir könnten tatsächlich mal etwas erfolgreich abhaken, das seit langem in unserem Hinterkopf lauert. Zum Beispiel, uns mehr Zeit zu nehmen für unsere Beziehungen. Endlich den Computer früher auszuschalten und dafür ein erbauliches Gespräch mit dem Partner zu führen. Das brauchen wir uns doch nicht erst vorzunehmen, denn das ist das Einzige, was wirklich zählt. Die Beziehungen zu unserer Familie, den wahren Freunden und den vielen Einsamen, die sich nichts sehnlicher wünschen, als den ersten und obersten Punkt auf ihrer Liste abzuhaken. Das wäre dann vielleicht der Wunsch, einen Menschen kennenzulernen, der nicht nur unsinnigen Dingen hinterher strebt, der seine Zeit lieber dafür aufwendet, eine neue Freundschaft zu beginnen.
Aber nicht vergessen, auf dem Papier, das gerade vor dir liegt, ist kein Platz mehr für leere Phrasen. Nimm lieber den Telefonhörer daneben und mach den ersten Schritt in die richtige Richtung. Setze in die Tat um, was du dir früher nur immer vorgenommen hast. Die Person, die du schon längst anrufen wolltest, wird sich bestimmt freuen, diesmal keine leeren Vorsätze zu hören, sondern ein paar nette Worte von Freund zu Freund. Der Weltfrieden beginnt mit deiner nächsten Begegnung.
Hinterlasse einen Kommentar